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Kommentar zu: Obama vs. ClintonFreitag, 30. März 2007
Obama vs. Clinton scheint sich nicht nur bei den Online-Videos zu bewahrheiten. Auch was das Fundraising angeht, liefern sich beide Kandidaten eine heiße Schlacht. Die Abrechnung nach dem ersten Quartal war jedenfalls überraschend. Obama sammelte 25 Mio. $ und kam damit Clintons 26 Mio. $ unerwartet nah.
Hatte Clinton noch gehofft, ihre Konkurrenz mit dem Betrag schocken zu können, muss sie jetzt feststellen, dass es Obama in kürzester Zeit gelungen ist, ein enormes Netzwerk an Unterstützern aufzubauen. Während Clinton bereits durch die Zeit ihres Mannes im Amt des Präsidenten und ihre eigene langjährige Erfahrung als Senatorin über ein breites Fundraising Netzwerk verfügt, startete Obama - gerade erst 2 Jahre Senator - mit einer verhältnismäßig kleinen Unterstützerbasis in seinem Heimatstaat Illinois. Die Auseinandersetzung Obama vs. Clinton scheint also härter zu werden als Clinton lieb sein kann. Obama etabliert sich nach und nach als gewichtiger Konkurrent. Obama vs. Clinton - Sportlichkeit statt SkandalFreitag, 30. März 2007
Eigentlich wäre der erste Skandal des ersten US-Präsidentschaftswahlkampf schon perfekt gewesen: Seit nunmehr zwei Wochen kursiert bei Youtube ein Spot, der Hillary als Diktatorin im Stile Orwells „1984“ porträtiert: Kolonnen in Sträflingskleidung werden über Monitore mit Clintons Bewerbungsrede berieselt, in der sie einen offenen Dialog verspricht. Ebenso ergeht es einer grauen Menschenmasse ohne jede Gefühlsregung in einem Saal. In Zwischenschnitten schwingt eine junge blonde Athletin einen Wurfhammer, der am Ende zielsicher den größten Monitor zerschmettert. 2008 ist nicht 1984, heißt es dann am Schluss. Jetzt ist erkenntlich: Die Blondine trägt Werbung für Barack Obama.
Lange Zeit wurde gerätselt, wer der Urheber des 74-Sekunden-Spots ist. Blogger fanden es nun heraus: Phil de Vellis, bis vor kurzem Angestellter der PR-Agentur Blue State Digital, ist für den Clip verantwortlich. Besonders pikant in diesem Zusammenhang: Blue State Digital hat die offizielle Website von Barack Obame gestaltet. Phil de Vellis bestreitet zwar eine Verbindung zu Obama und dieser beteuert auch öffentlich, nichts mit dem Video zu tun zu haben, der Skandal hätte trotzdem perfekt sein können. Clinton hätte berechtigt Verleumdung geltend machen und ein Verbot des Spots erzielen können. Sie tut es nicht, im Gegenteil: Sie weiß, das ihr Video schon 2 Millionen Mal im Internet angeklickt wurde. Ein Verbot würde die Begehrlichkeit des Spots nur steigern und ihr jeglichen Humor absprechen. Da ihr ohnehin Steifheit vorgeworfen wird, wäre dies kontraproduktiv. Also nutzt sie das Video für sich und lässt amüsiert verbreiten, es sei alle Male besser als jenes andere, in dem sie die Melodie der Nationalhymne nicht richtig traf. So beweist Clinton, dass sie die Unkontrollierbarkeit der Internetgemeinde respektiert und spricht zugleich deren Sprache, indem sie über sich selbst lachen kann. Damit signalisiert sie: Ich weiß, dass ihr mich parodiert und wenn es gut ist, finde ich es auch lustig und habe gar nichts dagegen. Die Regeln haben sich geändert.... P.S.: Natürlich wurde Hillary gerächt. Ihre Anhänger haben bereits ein Gegenvideo mit der gleichen grauen Menge ins Netz gestellt. Die werden nur diesmal mit Obama berieselt. Am Ende outet der sich als Fan des Footballteams Chicago Bears. Die Bears haben verloren, Obama verliert 2008 gegen Hillary, lautet hier der Schluß. Mitt Romney findet neue, innovative Wege der WählermobilisierungDienstag, 27. März 2007
Ende der vergangenen Woche hat das Wahlkampfteam um Gouverneur Romney eine neue Initiative ins Leben gerufen: Students for Mitt.
Dieses neue, innovative „grassroots“ Programm ist Teil der Strategie des Teams „Romney“, neue Wege der Wählerkommunikation und der Mobilisierung von Unterstützern zu gehen. Mit ‚Students for Mitt’ wird studentischen Aktivisten die Möglichkeit geboten, direkten Einfluss auf den Präsidentschaftswahlkampf von Romney zu nehmen. Das Projekt ‚Students for Mitt’ ist eine Kreation seines Sohnes und seiner Schwiegertochter. Zu den zentralen Zielen des Projekts gehört auf der einen Seite die Ausstattung der Aktiven in ‚Students for Mitt’ mit den notwendigen Mitteln zum effektiven ‚fundraising’, zum Auffrischen der Wahlkampfkasse. Auf der anderen Seite steht der Aufbau eines breiten und effizienten Netzwerkes von Schülern und Studenten, die als ‚Botschafter’ die politischen Inhalte Romneys in Schulen, Universitäten und Gemeinden in den gesamten USA kommunizieren. Gleichzeitig wird im Rahmen des Projektes eine Reihe von Anreizen geschaffen, um junge Menschen zur Mitarbeit zu bewegen. So wird zum Beispiel jeder Student, der $1,000 oder mehr in die Wahlkampfkasse "spült", mit einer Kommission von 10% des jeweiligen Betrages belohnt. Darüber hinaus bekommt derjenige, der innerhalb der ersten drei Monate die meisten Gelder eingeworben hat, einen Video iPod. Zusätzlich hat das Team Romney ein eigenes Onlineprofil bei MySpace platziert. MySpace zählt zu den populärsten Onlineforen der ‚unter 30 Jährigen’ in den USA und zeigt, wie sehr der Wahlkampf 2008 – und dies gilt für alle Kandidaten – auf die ‚junge Generation’ abzielt. Auf der Webseite findet sich ein Begrüssungsvideo von Gouverneur Romney, sowie Informationen über den Kandidaten, seine Interessen, Vorlieben und politischen Positionen. Webvideos der KandidatenFreitag, 23. März 2007Videos der Präsidentschaftskandidaten im Web sind en vogue. Auf den eigenen Kampagnenseiten und auf Video-Sharing-Seiten wie MySpace und YouTube werben die Kandidaten für ihre Sache. Webvideos haben im amerikanischen Wahlkampf inzwischen eine derartige Konjunktur, dass YouTube diesen Monat eigens die Seite You Choose '08 eingerichtet hat, in der die verschiedensten Videos der Kandidaten gelistet sind. Doch selbst wenn die Kandidaten mehrere Dutzend Videos online gestellt haben (Kandidat Mitt Romney bringt es gegenwärtig auf 62 Videos), gibt es offenbar noch einigen Verbesserungsbedarf bei der Gestaltung der Videos. Die beliebtesten Videos der Kandidaten sind nämlich mitnichten die selbst produzierten Videos. Das erfolgreichste Video von Hillary Clinton etwa ist nicht eines ihrer HillCasts, die durchschnittlich rund 15.000mal angeschaut werden, sondern ein Video, das Clinton beim ziemlich schrägen Singen der Nationalhymne zeigt. 1,1 Mio. Zugriffe kann dieses Video verzeichnen. Auch das populärste Video von John Edwards entspringt nicht seiner Kampagne, sondern zeigt den Kandidaten dabei, wie er sich ausgiebig seine Haare vor einem Interview kämmt - passend unterlegt mit der Melodie von „I feel pretty“. Da verwundert es nicht, dass sich auch Kritiker der Kampagnen-Videos im Netz tummeln. So gibt beispielsweise der Student James Kotecki - inzwischen wohl der bekannteste Video-Kritiker bei YouTube - regelmäßig auf humorvolle Art und Weise in eigenen Videos Tipps und Hinweise zu Verbesserungsmöglichkeiten (u.a. zu Giuliani, McCain, Kucinich). Doch auch darauf haben die Kandidaten inzwischen reagiert. So dankte beispielsweise Kucinich mit einer extra Videonachricht seinem „Berater“ für die guten Ratschläge.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
um
10:03
Tags für diesen Artikel: demokraten, Hillary Clinton, Internet, James Kotecki, John Edwards, Mitt Romney, Republikaner, YouTube
Direct mail vs. InternetFreitag, 23. März 2007
Unbestritten: Das Internet als Instrument des Spendensammelns hat in den letzten Jahren (von der Öffentlichkeit) sehr viel Aufmerksamkeit bekommen. Für Parteien und Kandidaten dominierte auch bei den letzten Jahren allerdings nach wie vor der Brief bei der Spenderansprache. Im kommenden Wahljahr wird sich zeigen, ob sich das Internet gegen den Klassiker „direct mail“ beim Fundraising durchsetzen kann. Seit 1994, als erstmals auf Webseiten auf Spendenmöglichkeiten hingewiesen wurde, hat sich das Internet-Fundraising massiv verändert. Von Bill Clinton verschickte E-Mails brachten seiner Frau Hillary 1 Mio. Dollar von 15.000 Spendern in nur einer Woche – noch vor wenigen Jahren undenkbar.
Besonderes Augenmerk sollte man auf Webseiten richten, die Einzelspenden bündeln. Mit Tools von der Obama-Webseite kann man heute bspw. seine eigene Webseite mit Fundraising-Option bauen. Der Unterstützer schreibt dann Freunde an und verweist auf seine Seite – im Schneeballverfahren werden so meist kleine Summen gesammelt. In einem weitaus größeren Stil macht dies ActBlue. ActBlue ist eine zentrale Anlaufstation für Spenden an verschiedene demokratische Kandidaten. Hier werden viele Kleinstspenden erfolgreich zu signifikanten Großspenden zusammengetragen. Kommentar zu: Romney holt Sportschützen und Waffenbesitzer ins BootDienstag, 20. März 2007Hier zeigt sich einmal mehr, dass es Politiker mit ihren Überzeugungen nicht immer so genau nehmen, vor allem, wenn es um die eigene Kandidatur geht. Mitt Romneys neu entdeckter Faible für Waffenbesitzer ist hierfür ein prominentes Beispiel. Im Wahlkampf um den US-Senat im Jahr 1994 hatte Romney noch Maßnahmen zur strengeren Kontrolle von Waffenbesitz unterstützt, u.a. die so genannte Brady Bill. Auch im Jahr 2002 lobte er als Gouverneurskandidat noch die strengen Waffengesetze in Massachusetts.
Blogeintrag von Dominik Meier
um
15:10
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Tags für diesen Artikel: Mitt Romney, Waffen
Wohl eher kein „Frontrunner“Dienstag, 20. März 2007Ron Paul klingt doch sehr nach Ross Perot, hat aber lange nicht das Geld, um seine Kampagne selbst zu finanzieren. Seine Vergangenheit als Liberterian mag für einige Aktivisten interessant, könnte aber für die Masse der Wähler hinderlich sein. Seine Botschaft ist ohne Frage attraktiv für einige konservative, aber auch regierungsskeptische Wähler. Gleichzeitig versucht er mit seinen Ansätzen von Isolationismus linke Wähler anzusprechen. Das erklärt sicher auch die Reaktionen im Internet. Aber bereits in diesem Spagat erahnt man die Probleme, die auf ihn in den Vorwahlen zukommen könnten – wenn sich denn jemand mit ihm beschäftigt. Überwältigender Zugriff für XFuseNews.com nach Ron Pauls C-Span AuftrittDienstag, 20. März 2007Nach der offiziellen Bekanntgabe seiner Kandidatur im Rahmen seines Auftrittes im U.S. Fernsehsender C-Span (siehe Video oben) gewinnt die multimediale Beachtung des Wahlkampfes von Dr. Ron Paul (Republikaner, Abgeordneter aus Texas, Mitglied des U.S. Repräsentantenhauses) an Aufwind. Dr. Paul, der sich selbst als Protestkandidat ausserhalb des republikanischen Establishments sieht und auch und von vielen Beobachtern so gesehen wird (siehe hierzu seine Kampagnenseite), konnte in den letzten Tagen in einer Reihe neuer Online-Foren punkten. Dies gilt besonders für das interaktive Medienportal XFuseNews, einer Zusammenfassung nahezu aller U.S.-amerikanischen Zeitschriften. In einer von XFuseNews durchgeführten Onlineumfrage liegt Dr. Paul – in dieser frühen Phase des Wahlkampfes – vor allen anderen Kandidaten. Bedeutend ist weniger das Ergebnis der Umfrage, als die Nutzung des Portals XFuseNews zur politischen Kommunikation. Seit dem Beginn des U.S.-Wahlkampfes ist es möglich, Hintergrundinformationen und Details zu den einzelnen Kandidaten an das Editoren-Team von XFuseNews zu senden. Die Zahl der e-Mails mit Informationen zu Ron Paul nach dem offiziellen Bekanntwerden seiner Kandidatur war überwältigend und überstieg vergleichbare Werte hinsichtlich aller anderen Kandidaten. Hierbei versucht XFuseNews gerade der Zielgruppe “unter 30” zu erreichen. “Wir wissen, das Internet wird in der kommenden Präsidentschaftswahl 2008 eine aktive und herausragende Rolle spielen. Wir haben versucht – und das Beispiel ‘Paul’ bestätigt unsere Beobachtungen – neue und interaktive Wege zu finden, über die die Öffentlichkeit Zugang zu Informationen über politische Kandidaten erhält”, attestierte Blaire Fanning von XFuseNews.com. “Wir sind bemüht, in der ‘Wähler-Kandidaten-Kommunikation’ neue Wege zu gehen, jenseits der offiziellen Onlinepräsenzen der einzelnen Kandidaten und jenseits einzelner, persönlicher Blogs”, so Fanning. Romney holt Sportschützen und Waffenbesitzer ins BootDienstag, 20. März 2007Eine neue Phase des Wahlkampfes hat offensichtlich begonnen, in der sich die Kandidaten mit einzelnen Themen auseinandersetzen. Als Erster hat Gouverneur Romney damit begonnen, Position auf Seiten der Sportschützen und Waffenbesitzer zu beziehen. Am vergangenen Freitag veröffentlichte das Wahlkampfteam um Gouverneur Mitt Romney die Besetzung der Position des Vorsitzenden des ‘Romney for President Sportsmen Council’ mit dem Landtagsabgeordneten aus Michigan, Dave Hildenbrand. Hierbei geht es Romney nicht nur um eine frühzeitige inhaltliche Positionierung, sondern vielmehr um die landesweite Organisation von Unterstützern des Wahlkampfes von Romney, die seine Position ‘pro Waffenbesitz’ teilen. Gerade im Umfeld der Republikaner ist die frühzeitige Kommunikation mit und die Einbindung der Waffenlobby unabdingbar. Mit der Wahl von Dave Hildenbrand versucht das Team um Romney diesen Bereich schon jetzt abzudecken. Hildenbrand, der bereits den Vorsitz des überparteilichen Michigan Sportsmen Caucus inne hat, bedient jedoch nicht nur dieses Thema: er ist gleichzeitig Mitglied der Gruppe Right to Life of Michigan einer Bürgerinitiative gegen Abtreibungen. Somit hat Romney damit begonnen, einen grossen Teil der relevanten Multiplikationskanäle der Republikaner für sich zu eröffnen.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
um
09:22
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New Hampshire: McCain in Umfrage vornFreitag, 16. März 2007Das Franklin Pierce College und der Fernsehsender „WBZ-TV“ haben 400 Republikaner in New Hampshire nach ihren Wahlabsichten befragt. Darin ging Sen. John McCain mit 29 Prozent als knapper Gewinner hervor; dicht gefolgt von Rudy Giuliani (28 Prozent) und Mitt Romney (22 Prozent). Interessant sind die 9 Prozent „Unentschiedenen“. Auf diese wird sich der Hauptteil der Bemühungen im Vorwahlkampf konzentrieren. Ein Augenmerk sollte man auch darauf richten, dass Giuliani vor allem wegen seiner Führungsstärke genannt wird. Bei McCain und Romney spielen Themen und Positionen eine weitaus größere Rolle. Die genauen Umfrageergebnisse hier. Straight Talk ExpressFreitag, 16. März 2007
Auch John McCains Kampagne kommt so langsam aber sicher in Schwung. Er nutzt dabei weit weniger Online-Kommunikation als andere Kandidaten; dafür setzt McCain derzeit auf seiner Tour durch Iowa und New Hampshire auf die gute alte face-to-face Methode. Mit seinem Bus „Straight Talk Express“ versucht er, seine Kampagne ins Rollen zu bringen. Dabei stehen unter anderem Chatten mit Reportern oder „town hall meetings“ auf dem Programm.
Bereits im Wahlkampf 2000 besuchte McCain hunderte Städte und Ortschaften mit seinem Tour-Bus. Der direkte Kontakt zum und die direkte Kommunikation mit dem Wähler ist ihm wichtig. Dieser Einsatz konnte aber nicht verhindern, dass McCain in den letzten Wochen in Umfragen deutlich gegenüber seinem Konkurrenten Giuliani an Zustimmung verloren hat. Es ist daher fraglich, ob seine Bustour allein ausreichen wird, um den Abstand wieder wettzumachen. Der Griff nach dem ersten StrohhalmDonnerstag, 15. März 2007Für Spartanburg County, South Carolina, gilt, was wohl für die meisten Landkreise in den USA gilt: Es findet in landesweiten Medien keinerlei Beachtung – wäre da nicht eine kleine, nach Regeln der Demographie nicht-repräsentative Umfrage unter Republikanern. Der „Straw Poll” in dem traditionell konservativen County dient als eine Art Seismograph für die Chancen republikanischer Kandidaten in den Vorwahlen. Es ist ein Lackmustest für die Wirkung auf die eigene konservative Basis. Die mediale Beachtung macht es für die Kandidaten notwendig einen kleinen konzentrierten Wahlkampf zu führen, wollen sie als „Gewinner“ dastehen und vor allem als „wählbar“ gelten. Der Ausgang hat somit nicht zuletzt auch Einfluss auf zukünftige Spenden für den Gewinner. Eine kleine Wählergruppe, wenig Zeit und die Notwendigkeit, gezielt zu kommunizieren, machen direct mail und Telefonanrufe zum perfekten Wahlkampfinstrument in Spartanburg, von dem die Kandidaten selbstverständlich Gebrauch machten. Giuliani, Brownback und Romney haben tausende mailings verschickt. Fast alle Kandidaten haben Spartanburg einen Besuch abgestattet. Beim Einsatz von Direktmailinstrumenten muss man als Wahlkämpfer jedoch aufpassen, dass man die Dosis für die Kontakte nicht zu hoch setzt und somit das Gegenteil des Ziels erreicht. Es ist nicht gut für Kandidaten, wenn sie das zu hören bekommen: "I have literally every single day gotten 10 calls from these people (candidates). It just gets annoying. If this is what's happening a year out from the primary, what the heck is going to happen later?" Dieses Jahr gewann Sen. John McCain. Die Vorwahlen Anfang 2008 wird zeigen, wie akkurat der Seismograph war. Die genauen Zahlen hier bei CNN. Coulter vs. Edwards, oder: Wie Edwards Video und Internet für das Sammeln von Spenden nutztDonnerstag, 15. März 2007Amerikanische Wahlkämpfe sind bekannt für ihren oft aggressiven Ton. Die Konfrontation zwischen politischen Kampagnen wird oft verstärkt durch klar kontrastierende Kommentare der üblichen Verdächtigen auf beiden Seiten. Ann Coulter – ein Paradebeispiel des politischen Schwarz-Weiß-Malens – hat kürzlich den demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Edwards als „Faggot“ (also Schwuchtel) bezeichnet, was eine Kontroverse in der Basis beider Parteien und bei anderen politischen Kommentatoren auslöste. Und: es wurde auf Video aufgezeichnet – allein diesmal war es offiziell auf C-SPAN zu sehen. Es ist interessant, diesem Schlagabtausch zwischen beiden Seiten zu folgen, sich aufzuregen oder einfach mal richtig zu lachen. Aber: Wirklich interessant ist, wie John Edwards das Video politisch und „finanziell“ nutzt. Auf seiner Webseite werden die Aussagen multi-medial genutzt, um Anhänger zum Spenden zu bewegen. Es ist „E-Fundraiser-Time“ – 3 A.D.Donnerstag, 15. März 2007Das Internet ist spätestens seit Howard Deans Kandidatur 2004 eins der meist gefeierten Instrumente fürs Spendensammeln. John McCain – einer der Pioniere des politischen Internets – lädt drei Jahre A.D. (Anno Dean) zu einem Fundraiser ein, den man auch von zuhause aus verfolgen kann. Während die Tickets für die Veranstaltung – will man sie persönlich besuchen – mind. 1.000 Dollar pro Person kosten, ist man Online mit 100 Dollar live dabei. YouTubeDienstag, 13. März 2007Das Internet und der Gebrauch von Videos wird im US-Wahlkampf auch in den nächsten Monaten eine wichtige Rolle spielen. Wie schon in den Vorwahlen 2000 ist John McCain (R) erneut an vorderster Front der Internetinnovationen. Prominentestes Element auf der Startseite des Senators aus Arizona ist ein Videoframe. Aber auch für Mouse-over-Effekte werden Videosequenzen von McCain eingesetzt. New Yorks Senatorin Hillary Clinton kommuniziert darüber hinaus über ihren Hillcast“. Massachusetts’ Gouverneur Mitt Romney hat „MITT TV“ mit verschiedenen Fernsehauftritten, Wahlkampfveranstaltungen, aber auch TV-Spots. Aber nicht nur die Webseiten der verschiedenen Kandidaten, sondern vor allem auch YouTube sollte man im Auge haben. Bereits die Midterms im letzten Jahr wurden als „YouTube elections“ bezeichnet. Kampagnen, aber auch mehr oder weniger unabhängige Aktivisten versuchten YouTube für ihren Vorteil zu nutzen und werden das umso mehr bei diesen Wahlen tun. YouTube hat rund 40 Millionen Nutzer im Monat. Täglich werden bis zu 100 Mio. Videos angeschaut. (Wie YouTube funktioniert und wie man es zum Star auf YouTube schafft) Die Möglichkeiten YouTube effektiv im Wahlkampf zu nutzen sind zahl- und facettenreich. Es dient sowohl als Informations- als auch Entertainmentportal, bietet Möglichkeiten des Angriffs- und Konterwahlkampfs und ist nicht zuletzt ein Instrument des sog. Guerilla-campaigning. Im Gegensatz zum herkömmlichen Fernsehen ist der Nutzer von YouTube an keinerlei feste Zeiten oder Restriktionen gebunden. Bspw. kann er jederzeit Mitschnitte von Nachrichten zu wichtigen Ereignissen konsumieren und Freunde darauf aufmerksam machen. So werden Nachrichten für ein viel breiteres Publikum geöffnet, aber vor allem auch länger am Leben gehalten. Ein gutes Beispiel dafür, wie YouTube Nachrichten formt und Wahlkämpfe beeinflusst, war der Senatswahlkampf in Virginia 2006: Der Amtsinhaber, Sen. George Allen, machte während eines Wahlkampfauftrittes eine rassistische Bemerkung über einen Helfer der gegnerischen Kampagne, der die Veranstaltungen Allens mit Video (in der Hoffnung auf einen solchen „Ausrutscher“) aufnahm. Das Video wurde daraufhin auf YouTube veröffentlicht. Blogs begannen das Video zu verlinken und starteten damit eine Kontroverse, die bald von den „traditionellen“ Medien aufgenommen wurde. Allen verlor knapp. Aber fast noch wichtiger als der Nachrichtenwert: Auf YouTube finden sich Nutzer, die gemeinsame Interessen haben und sich gegenseitig bestärken und inspirieren – ein Phänomen, das man bereits von MeetUp kennt. So machen immer mehr Freiwillige und Aktivisten ihre eigenen Clips, die wiederum die eigene Anhängerschaft ansprechen. Zahlreiche Beispiele bieten die Angriffe auf Joe Liebermann im zurückliegenden Senatswahlkampf. Ein aktuelles Beispiel mit John McCain findet sich hier: Die demokratische Aktivistenwebseite MoveOn veröffentlichte einen Fernsehspot, welcher McCain und Bush in Verbindung bringt („It’s McCain’s plan to escalate.“), um Geld für dessen Ausstrahlung zu sammeln. Allerdings hat YouTube nicht nur eine demokratisierende Komponente. Vielmehr führt die Gefahr für Kandidaten, jederzeit in eine „mediale Falle“ zu treten, dazu, dass Wahlkampfauftritte der Kandidaten immer kontrollierter und somit immer weniger spontan werden.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
um
14:03
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