Die links-progressive Internetorganisation MoveOn.org ist dafür bekannt, harte Attacken im Wahlkampf zu fahren. Die Zeitungsanzeige gegen General Petraeus während der hitzigen Debatte im vergangenen Jahr um einen Truppenabzug aus dem Irak ist vielen US-Bürgern noch in Erinnerung. Der Titel der Anzeige lautete: „General Betray Us“. Die Wellen schlugen hoch, MoveOn musste heftige Kritik einstecken.
Nach dieser Aktion schien die Organisation geläutert. Sie passte sich Obamas Positivwahlkampf an, veranstaltete einen Videowettbewerb für den frisch gekürten Präsidentschaftskandidaten und ließ sich vom günstigen politischen Umfeld für die Demokraten treiben.
Nun ist MoveOn.org zurückgekehrt zum alten bissigen Stil. Mit dem neuen TV-Spot „Not Alex“, der gerade in den Schlüsselstaaten Ohio, Wisconsin und Michigan gesendet wird, attackieren sie John McCain so direkt und hart an wie nie zuvor. McCains Aussage, dass die USA notfalls bis zu 100 Jahre im Irak bleiben könnten, greifen die Macher des Spots auf eine höchst emotionale Weise auf. Sehen Sie selbst:
Die letzten Sätze der Mutter sitzen: “ So, John McCain, when you said you would stay in Iraq for 100 years, were you counting on Alex? Because if you were, you can't have him."
Diese Attacke wird sicher noch hohe Wellen schlagen im Wahlkampf. Ob MoveOn Barack Obama mit dieser Form der Negativkampagne allerdings einen Gefallen tut, ist äußerst fraglich. McCains Kampagne wird (im Einklang mit dem Republican National Committee) sicher alles tun, um Obama mit MoveOn in Verbindung zu bringen, um ihn schließlich als „out of touch“ mit dem amerikanischen Mainstream, als zu radikal darzustellen. Alliierte zu haben im Wahlkampf ist wichtig, wenn sich diese unabhängig agierenden Unterstützer aber nicht an die Strategie und den Message Frame des Kandidaten halten, werden sie schnell zum Problem.
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