Ich empfehle allen Politikjunkies, sich auf die E-Mail-Listen der beiden Kandidaten einzutragen. Fast jeden Tag bekommt man dann freundliche Post von Barack Obama oder John McCain, natürlich mit persönlicher Ansprache. Nach einem netten „Dear Maik“ oder „My friend“ (McCain) folgen die neuesten Botschaften, Kampagnennews und Web-Videos. Mindestens jede zweite Mail hat allerdings den Zweck, schnöden Mammon einzutreiben. Der neueste Trend beim E-Fundraising: Lotterien.
Barack Obama lockt seine Unterstützer mit einem Backstage-Besuch beim Nominierungsparteitag. Jeder, der 5 Dollar oder mehr spendet, kommt in einen großen Lostopf. Die Gewinner können sich auf eine Zwei-Tage-Reise nach Denver freuen. Hotel, Verpflegung und Eintrittskarten sind inklusive. Mit im Paket ist ein Gespräch mit dem Popstar Obama kurz vor seinem Auftritt vor ausverkauftem Haus im Stadion der Denver Broncos. Die Botschaft an die Spender: Geschichte wird gemacht und Du darfst dabei sein.

John McCain hat weniger Spektakuläres zu bieten, auch wenn das Prinzip das Gleiche ist. Er bietet seinen Unterstützern eine Fahrt in seinem Straight-Talk-Express an. Im O-Ton heißt das: „We are re-launching our popular "Ride the Bus" contest this week to give one lucky McCainiac and a friend the chance to spend a day on the Straight Talk Express with John McCain.” Leider dürfen deutsche Staatsbürger kein Geld an die Kampagnen geben. Leider… oder zum Glück?
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