Die „Democratic National Convention“, der Nominierungsparteitag der Demokraten, öffnet heute ihre Türen. Tausende von Delegierten, Pressevertreter und Anhänger der Demokraten diskutieren die amerikanische Politik der Zukunft. Anders als auf deutschen Parteitagen, bei denen Antragskommissionen wochenlang im Voraus die Inhalte des Parteitags bestimmen, leben hier Tausende von amerikanischen Bürgern Politik, indem sie ihre Meinung äußern: auf Plakaten, in Demonstrationen, mit Flugblättern, die überall in der Stadt verteilt werden, und in unzähligen „special events“. Viele verfolgen die Reden und Diskussionen des Parteitages online oder auf Videoleinwänden, die vor dem Pepsi-Center aufgebaut sind. Denver ist sozusagen ein Parteitag der offenen Türen. Aber nicht nur im eigentlichen Veranstaltungsraum, sondern über die ganze Stadt verteilt sind Stände und Informationspunkte, an denen NGOs und Bürgerbewegungen für ihre Sicht Position beziehen. Mit Engagement und Leidenschaft formulieren sie in über 1000 Veranstaltungen Perspektiven und Botschaften, die sie ihrem Kandidaten Barack Obama mit auf dem Weg im Kampf um das Präsidentenamt geben. Diese Woche ist ein Fest der Demokratie, eine Selbstbestätigung Amerikas, dass Politik nicht nur von oben, sondern vor allem von unten, von den Menschen selbst - im Dialog miteinander und mit den Verantwortlichen - gestaltet wird.
Ein Aspekt, der uns Deutschen Mut und Lust zum Engagement machen sollte. Aber auch ein Zeichen für die Politik, ihre eingefahrenen Wege zu verlassen und die Türen für die Bürger und ihr Engagement weit zu öffnen.
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